René Adler (li.) und Co. stehen bei den Fans hoch im Kurs.
Bucco
Leverkusen
Das ist nicht mehr das (eher graue) Bayer, das Michael Ballack bis zu seinem Abschied 2002 kannte.
Bayer boomt! Dem zurückgekehrten Superstar fiel sofort auf: Neben der neuen Infrastruktur (Stadion etc.) hat sich in Leverkusen vor allem auf dem Fansektor einiges getan.
Pillenklub war gestern, Bayer 04 geht in sein 32. Erstliga-Jahr in Folge - und hat mittlerweile auch eine konkurrenzfähige Anhängerschar.
Rund 10000 Fans waren bei der Saisoneröffnung (ohne Spiel) dabei, der Dauerkartenverkauf wurde bei der Marke 19000 gestoppt, die BayArena mit einem Fassungsvermögen von 30200 Zuschauern wird die meisten Heimspiele ausverkauft sein. Und demnächst wird Bayer auch sein 25000. Mitglied begrüßen!
„Es geht klar in die Richtung 25000 und wird wohl nicht mehr lange dauern“, sagt Marketingchef Meinolf Sprink. Natürlich: Diese Zahlen sind für Fanmagneten wie Schalke oder Dortmund nicht viel, und auch Köln toppt sie noch leicht.
Doch weil der FC seit Jahren sportlich einfach nicht auf die Beine kommt, schließen sich Fußballfans aus Düren, Troisdorf, Solingen, Langenfeld oder dem Siegerland mittlerweile vermehrt Bayer an.
Sprink: „Hier konnten wir besonders viele neue Mitglieder begrüßen.“ Die Entwicklung ist rasant: Von einst „lächerlichen“ 2000 Mitgliedern (2002/03) zog die Zahl auch durch den 2005 neu gegründeten Bayer-04-Club von 11000 (2007/08) auf fast 25000 an.
Die junge, attraktive, überwiegend mit deutschen Spielern besetzte Mannschaft zieht - greift Bayer jetzt sogar den FC an und wirbt Fans ab?
Sprink antwortet süffisant: „Den FC angreifen? Das tun wird doch nicht! Außerdem habe ich ja gelesen, dass der FC uns angreifen will.
Wir sind schon ziemlich erschrocken“, spielt Sprink auf eine Aussage jüngst von FC-Manager Michael Meier zur sportlichen Zielsetzung der Kölner an.