Statt anschweigen: 14 Fragen an den Partner, die der Beziehung gut tun

Paar auf dem Sofa

Manchmal möchte man einfach nur glotzen und schweigen. Ein Dauerzustand sollte das in einer Beziehung aber nicht sein.

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Köln

Am Ende eines anstrengenden Tages ist man manchmal einfach leer. Den ganzen Tag musste man schon sprechen: mit den Kollegen oder Kunden oder sonstwem. Man ist im Berufsverkehr nach Hause geeilt, hat eventuell die Kinder von der Betreuung abgeholt und ist zwischendurch schnell in den Supermarkt gesprungen. Zuhause angekommen, sehnen sich viele dann einfach nur nach Ruhe. Ab aufs Sofa, Netflix an, glotzen und schweigen. Wird das jedoch zum Dauerzustand, leidet über kurz oder lang die Beziehung darunter. Denn es fehlt eine wichtige Zutat: der gegenseitige Austausch.

Mit kleinen Fragen zum großen Gespräch

Das sagt die US-amerikanische Paartherapeutin Tara Fields. Sie betreibt seit über 30 Jahren eine Praxis für Paar- und Familientherapie in der Nähe von San Francisco – und weiß, woran es bei Langzeitpaaren häufig hapert: Sie haben verlernt miteinander zu sprechen.

Es klingt so banal, trotzdem ist es fundamental wichtig: die Unterhaltung mit dem Partner, besonders wenn man schon lange zusammen ist. Findet sie nicht mehr statt, leidet die Beziehung. Einer der wohl wichtigsten Tipps in ihrem Ratgeber „Love Repair – Wie Sie ihre Beziehung retten und sich wieder ineinander verlieren“: Paare sollten sich im Alltag wieder öfter unterhalten und sich die Zeit nehmen, den Partner richtig kennenzulernen. 

Hier lesen Sie mehr: Tipps vom Paartherapeut – so retten Sie Ihre Beziehung.

Um Paaren den Wiedereinstieg in diese Kommunikation leichter zu machen, gibt sie ihnen Beispielfragen an die Hand, die sie dem Partner stellen können. Daraus ergibt sich im besten Fall ein ehrliches und emotionales Gespräch, das über die Frage „Wie war dein Tag?“ hinaus geht. Viele Fragen zeigen: Auch scheinbar kleine, unwichtige Details machen den Menschen aus, den wir lieben und das gemeinsame Gespräch darüber wird ein Paar vielleicht wieder enger zusammenschweißen.

Wir stellen 14 Fragen aus dem Buch vor – vielleicht probieren Sie ja ein paar davon aus:

Zum Einstieg etwas Leichtes

  • In welchen Klamotten fühlst du dich am wohlsten? Was ziehst du gar nicht gerne an?
  • Hattest du als Kind einen Spitznamen? Darf ich den verwenden?
  • Welche Düfte magst du? Welche gar nicht? Welche Erinnerung verbindest du damit?

Verstehen, woher man kommt

  • Welche Rolle hattest du in deiner Familie? Warst du das Lieblingskind? Warst du ein lebhaftes Kind? Warst du eher brav oder das schwarze Schaf?
  • Wie wurde in deinem Elternhaus Wut zum Ausdruck gebracht? Gab es viel Schreierei oder eher leise Spannungen?

Liebe und Zärtlichkeit zeigen

  • Was kann ich tun, damit du dich von mir geliebt fühlst?
  • Was veranlasst dich dazu, die Schotten dicht zu machen, dich gänzlich zurückzuziehen? Wann fühlst du dich von mir zurückgewiesen? Wie kann ich das künftig ändern?
  • Was macht dich glücklich? Nenne drei Dinge, keine Personen

Mit schmerzhaften Erinnerungen umgehen

  • Bevor wir uns kennenlernten, was war dein schlimmstes Date?
  • Gibt es Dinge, die du in jungen Jahren getan hast, die du im Rückblick lieber nicht gemacht hättest?

Hier lesen Sie mehr: Überraschend einfach – Paare, die dieses Wort benutzen, sind glücklicher.

Die gemeinsame Zukunft

  • Wo auf der Welt und wie würdest du gerne wohnen? Wie würde dein Haus aussehen? Eine Blockhütte tief im Wald oder eine Villa in Italien?
  • Wenn Geld, Zeit und Umstände keine Hindernisse wären, wie würdest du die kommenden sechs Monate verbringen?

Sex und Lust

  • Was turnt dich ab? (Das können Kleinigkeiten wie morgendlicher Mundgeruch oder Zähneputzen vor dem Partner sein, oder echte Lustkiller wie beispielsweise zu kurzes oder gar kein Vorspiel)
  • Hast du sexuelle Fantasien? Welche? Gibt es etwas, das du ausprobieren möchtest? Jetzt gleich? Heute Nacht? Am Wochenende?

Dr. Tara Fields: „Love Repair – Wie Sie Ihre Beziehung retten und sich wieder ineinander verlieben“, Wilhelm Goldmann Verlag