Brustkrebs: Wie erkenne ich ihn und was kann ich dagegen unternehmen?

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An Brustkrebs sterben heute sehr viel weniger Frauen als noch vor zehn Jahren.

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dpa

Prof. Dr. Mathias Warm ist Chefartzt am Brustzentrum Holweide. Im Interview beantwortet er die wichtigsten Fragen zum Thema Brustkrebsbehandlung.

Herr Prof. Warm, wer ist gefährdet, an Brustkrebs zu erkranken?

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Besonders ab dem 50. Lebensjahr steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit an. Übrigens: auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Für alle Betroffenen gibt es eine gute Nachricht: die Heilungschancen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

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Prof. Dr. Mathias Warm ist Chefartzt am Brustzentrum Holweide.

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Kann ich mich vor Brustkrebs schützen?

Es gibt viele Faktoren, die Brustkrebs mit auslösen können, zum Beispiel Veranlagung oder Umwelteinflüsse. Einen absoluten Schutz gibt es nicht. Generell ist eine ausgeglichene Lebensweise empfehlenswert – Bewegung, nicht zu viel Alkohol, gesundes Gewicht. Und: Lernen Sie Ihren Körper kennen, achten Sie auf Warnsignale, nehmen Sie Veränderungen an der Brust ernst.

Was soll ich tun, wenn ich einen Knoten oder eine Veränderung entdecke?

Nur einer von vier Knoten ist bösartig. Geraten Sie also nicht in Panik. Suchen Sie aber zeitnah einen Arzt auf, um sich untersuchen zu lassen.

Und wenn es wirklich Krebs ist?

Je früher Krebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Jede Erkrankung ist individuell – so betrachten und behandeln wir sie auch. Grundsätzlich kann bei Brustkrebs operiert, bestrahlt oder medikamentös (Chemo- oder antihormonelle Therapie) behandelt werden. Aus diesen Bausteinen stellen wir ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept zusammen. Maßgeblich ist bei der Planung auch der Wunsch der Patientin zum Beispiel nach Brusterhaltung und Bestrahlung oder nach Brustentfernung.

Was ist das Besondere am Brustzentrum Holweide?

Neben bestmöglichen Diagnose- und Therapieverfahren möchten wir den Patientinnen auch Raum bieten für größtmögliche Individualität und Persönlichkeit. Weil wir den ganzen Menschen sehen, weil wir davon überzeugt sind, dass dies die einzige Perspektive ist, die jedem von uns gerecht wird. Nicht nur, aber besonders auch in Zeiten von Krankheit und Genesung. Darin üben wir uns – Tag für Tag!

Dazu die enge Zusammenarbeit mit den Partnerdisziplinen – von der Radiologie über Pathologie, Onkologie und Strahlentherapie hin zur Plastischen Chirurgie und Palliativmedizin. Diese Spezialisten machen Kompliziertes möglich und fördern den Ruf des Brustzentrums deutlich über NRW hinaus: anspruchsvolle Operationen oder neue Verfahren wie die Brachytherapie gehören mittlerweile zum festen Repertoire